{"id":1316,"date":"2017-02-27T12:20:57","date_gmt":"2017-02-27T11:20:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.palmernoise.com\/?p=1316"},"modified":"2017-03-22T12:23:40","modified_gmt":"2017-03-22T11:23:40","slug":"rocktimes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/palmernoise.com\/wordpress\/2017\/02\/27\/rocktimes\/","title":{"rendered":"Rocktimes"},"content":{"rendered":"<h2>Review &#8211; Surrounding The Void<\/h2>\n<p>by <span class=\"fn nickname\"><a class=\"url\" href=\"http:\/\/www.wp.rocktimes.de\/author\/andrearocktimes\/\" target=\"_blank\">Andrea Groh<\/a><\/span><\/p>\n<p>Wenn das Bandlogo als Ambigramm (um 180 Grad gedreht als gleicher Schriftzug lesbar) gestaltet ist, wird gleich meine Neugier geweckt.<br \/>\nWenn die CD dann noch von Czar Of Bullets (Czar Of Crickets) kommt, muss das doch was sein, was mir gef\u00e4llt, denn bereits mehrere Bands aus deren kleinen aber feinen Labelprogramm konnten mich begeistern. So waren meine ersten Gedanken als ich &#8220;Surrounding The Void&#8221; von <em>Palmer<\/em> in den H\u00e4nden hielt.<br \/>\nKurz noch die Fakten zu <em>Palmer<\/em>: gegr\u00fcndet 2000 in der Schweiz (das Herkunftsland war mir schon beim Lesen der Musikernamen klar\u2026), erste EP 2004, Deb\u00fct &#8220;This One Goes To Eleven&#8221; 2008. 2011 dann die zweite Scheibe &#8220;Momentum&#8221; und 2017 die dritte &#8220;Surrounding The Void&#8221;. Hm, so richtig eilig mit ver\u00f6ffentlichen haben es die vier anscheinend nicht. Auch f\u00fcr die neun Songs der neuen Scheibe lassen sich<em> Palmer<\/em> Zeit, n\u00e4mlich 60 Minuten.<\/p>\n<p>Der Opener &#8220;Home Is Where I Lead You&#8221; f\u00fchrt uns dahin wo sich die Schweizer zuhause f\u00fchlen\u2026 n\u00e4mlich in Post Metal-Gefilden. Kantig, mit aggressiven Riffs und einer Stimme, die Richtung br\u00fcllen tendiert. Das wirkt dann schon etwas neurotisch \u2013 im Sinne von <em>Neurosis<\/em>, den Genre-Vorreitern aus den USA. &#8220;Misery&#8221; ist dann dem Titel entsprechend finsterer, kranker, mit einem gewissen Sog in Richtung Sludge-Sumpf, \u00fcberrascht dennoch im Mittelteil mit einem ruhigen Part, w\u00e4hrend gegen Ende Prog-Einfl\u00fcsse eingearbeitet wurden.<\/p>\n<p>Schon hier wird klar, dass <em>Palmer<\/em> sich nicht einfach nur auf eine Sparte beschr\u00e4nken, sondern verschiedene Stile zu einem Post-Sludge-Sonstwas-Monster vereinen, das unberechenbar bleibt. Immer wieder gibt es ruhige, beinahe schon zarte Parts, bevor der n\u00e4chste Wutanfall herausbricht.<br \/>\nWechselspiele sind typisch f\u00fcr &#8220;Surrounding The Void&#8221;\u00a0 und dies bleibt auch im weiteren Verlauf so. &#8220;Divergent&#8221; f\u00e4ngt fast schon geradlinig an, begeistert gegen Ende mit m\u00e4chtig finsteren Slowmo-Sounds, bevor es mit &#8220;Artein&#8221; ein ruhiges und harmonisches Instrumental gibt, das dennoch unterschwellig etwas Unheimliches und Beunruhigendes hat.<\/p>\n<p>Das Bandlogo ist ein Ambigramm, die Musik lebt von Ambivalenz\u2026 passt irgendwie.<\/p>\n<p>Ein Wechselbad der Emotion, Spiel mit Stilvariationen, von angejazzt wirkend bis sph\u00e4risch-vertr\u00e4umt.<br \/>\nImmer wenn man glaubt, <em>Palmer<\/em> nun ganz durchschaut zu haben und berechnen zu k\u00f6nnen, kommt etwas Neues, auch wenn es nur eine kleine Nuance einbringt, ein weiteres Puzzleteil ins Gesamtbild f\u00fcgt und dieses dadurch leicht ver\u00e4ndert.<br \/>\nEing\u00e4ngig ist &#8220;Surrounding The Void&#8221;\u00a0 \u00a0nat\u00fcrlich nicht, manche m\u00f6gen das Ganze sogar als ein wenig nervig ansehen, doch dies ist mit Sicherheit genau so gewollt.<br \/>\nNachteil der Sache: Der Spannungsbogen l\u00e4sst mit der Dauer ein wenig nach, vielleicht w\u00e4ren ein paar Minuten weniger besser und packender gewesen.<\/p>\n<p>Vermutlich jedoch wollten <em>Palmer<\/em> es den H\u00f6rern nicht zu einfach machen, wer leichte Kost sucht, ist hier definitiv falsch. Man sollte sich schon darauf einlassen k\u00f6nnen und wollen.<br \/>\nSelbst dann mag manchen vielleicht ein Track wie &#8220;Importunity&#8221; etwas zu anstrengend erscheinen, doch\u2026 wer aufmerksam gelesen hat, ahnt es\u2026 das danach folgende &#8220;Rising&#8221; \u00a0ist als Kontrast dazu einfacher strukturiert, bietet ein wenig Erholung\u2026 na ja, ein wenig zumindest. Diese gibt es auch zun\u00e4chst beim finalen Song &#8220;Implosion&#8221;, wieder ein im ersten Moment harmonisches Instrumental. Doch schon bald mischen sich in die sanften soundtrackartigen Kl\u00e4nge verst\u00f6rende Elemente. So endet\u00a0 &#8220;Surrounding The Void&#8221; dann, einen dystopischen Nachhall hinterlassend.<\/p>\n<p>Fazit: Eine Scheibe f\u00fcr H\u00f6rer, die statt einem Spaziergang durch einen Rosengarten das Wandeln in einen Neurosengarten reizvoll finden, diese k\u00f6nnen sich hier an durchaus vorhandenen lichten Stellen erfreuen und ebenfalls die weniger lichten mit Begeisterung erkunden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wp.rocktimes.de\/palmer-surrounding-the-void-cd-review\/\" target=\"_blank\">Link to article<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Review &#8211; Surrounding The Void by Andrea Groh Wenn das Bandlogo als Ambigramm (um 180 Grad gedreht als gleicher Schriftzug lesbar) gestaltet ist, wird gleich meine Neugier geweckt. 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